Beeindruckt von der geheimnisvollen Welt Gottes
»Pfarrer Stefan Bergmann über die City-Kirchen-Arbeit
Noch steht das Informationsportal in seinem Arbeitszimmer im Verwaltungsgebäude des Protestantischen Dekanats Kaiserslautern neben der Stiftskirche. In Kürze soll das auf dem Internet basierende Medium in der Stiftskirche installiert werden und Interessierten Wissenswertes über das Angebot der Kirchen in Kaiserslautern vermitteln. „Die Stiftskirche als zentraler Kirchenraum im Herzen der Stadt bietet sich geradezu dafür an“, sagt Pfarrer Stefan Bergmann.«
Als zuständiger Seelsorger für die Evangelische City-Kirchen-Arbeit weiß Bergmann um die Bedeutung von Informationen über Kirche und religiöse Angebote. Seit Mai 2006 orientiert der 43-Jährige sich mit seiner City-Kirchen-Arbeit an den Bedürfnissen der Menschen und ihrer Suche nach dem Sinn des Lebens. Mit immer wieder neuen Angeboten versucht er Menschen aller Altersstufen und sozialen Schichten anzusprechen.
„Eine Kirche, die offen sein will für die Menschen, kann nicht verschlossen sein“, sagt Bergmann. Entsprechend haben sich die Öffnungszeiten des gotischen Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert erweitert. Freitags ist die Kirche gar bis 24 Uhr geöffnet. Mit Kirchenführungen und meditativen Gottesdiensten, mit der Osternachtsfeier und Events wie der „Langen Nacht der Kirchen“ zu Pfingsten, mit besonderen Konzerten und Lesungen ist Bergmann ein Programm-Mix gelungen, der Menschen in die Kirche führt. Nicht immer muss es ein Programmpunkt sein. Gelegentlich sind es der Raum der Stille und die Kirche im Kerzenschein, die Passanten zwischen Marktstraße und Stiftsplatz eintreten lassen. Mancher Besucher sei beeindruckt vom Charme und der Schlichtheit der Kirche, von der geheimnisvollen Welt Gottes.
Architekturstudenten hat Stefan Bergmann die Kunstgeschichte des Sakralbaus, Mathematikstudenten die Zahlenmystik der Gotik erläutert, Kindern im szenischen Spiel die Zeit der Prämonstratenser-Mönche, der Vorfahren der Stiftskirche, nachspielen lassen. Dabei hat er erfahren, wie wichtig historische Informationen für den Glauben sein können.
In der Kirche einen Ansprechpartner zu finden, der ein Ohr für seelische Probleme und materielle Nöte habe, dafür seien viele Menschen dankbar, weiß der Pfarrer. „Bei uns sollen sich Menschen maximal willkommen fühlen. Einen Ort vorfinden, der es ihnen leicht macht, mit Gott in Kontakt zu treten.“ City-Kirchen-Arbeit sei bundesweit verbreitet und stelle einen neuen Ansatz kirchlicher Präsenz in der Innenstadt dar, verweist er auf das Konzept. Von der City-Kirchen-Arbeit profitiert auch die Gemeinde. Die Kirchenfrequenz ist höher, der Bekanntheitsgrad steigt. Nicht nur Protestanten und Katholiken sind es, die die freitägliche Abendkirche aufsuchen. Menschen mit und ohne Konfession schätzen den Aufenthalt in der Kirche. „Gott Fern- und Gott Nahestehende, viele Jugendliche und junge Erwachsene.“
Auch wenn Skeptiker unter den Gemeindegliedern der Stiftskirche wegen der Experimentierfreudigkeit um das protestantische Profil fürchteten, habe die City-Kirchen-Arbeit über die Gemeinde hinaus eine hohe Akzeptanz erfahren, weiß Bergmann. Während die „Thomas-Messe“ Anfang September für eine große Resonanz gesorgt habe, sei die „1. Kaiserslauterer Orgelnacht“ mit 20 Besuchern eher enttäuschend ausgefallen, verweist er auf Höhen und Tiefen seiner Arbeit.
Trotz eines schmalen Budgets ist es dem City-Kirchen-Seelsorger mit seinem 50 Personen starken ehrenamtlichen Team bislang gelungen, Menschen Türen zu öffnen, die ihnen aus den unterschiedlichsten Gründen verschlossen waren. Bergmann: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen ihre Kraft für den Alltag aus dem christlichen Glauben schöpfen. Mag sein, dass die Kenntnis der Bibel geringer geworden ist. Das Bedürfnis nach Religion hat zugenommen.“
Joachim Schwitalla
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Klaus Braun (links) von "Brücken bauen" und Stefan Bergmann von der "City-Kirchen-Arbeit" sind die Initiatoren des Projektes. Sie freuen sich darauf, dass neue Info-Portal in wenigen Wochen in der Stiftskirche in Dienst zu nehmen. Bis dahin sind noch viele technische und inhaltliche Fragen zu klären.
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